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Herzliche Einladung PDF Drucken E-Mail

Liebe ehemalige Schüler des Seminars,

wie Sie alle sicher längst wissen, muss das Seminar St. Pirmin geschlossen werden. Leider haben zu wenige junge Menschen diese Ausbildungsform nachgefragt. Auch vielfältige Bemühungen z.B. um externe Schüler und Schülerinnen konnten diese Entwicklung nicht aufhalten. Zum Ende dieses Schuljahres wird das Seminar nun offiziell geschlossen, wenn auch die letzten Internen noch bis zu ihrem Abschluss 2015 bzw. 2016 im Seminar wohnen bleiben und mit reduzierter Mannschaft betreut werden. Mit vielen, die in St. Pirmin waren, dürfen wir dankbar auf das schauen, was im Seminar und durch das Seminar möglich gewesen war. Sie haben hier wichtige Jahre ihres Lebens verbracht, prägende Erfahrungen machen dürfen und sind ihrer je eigenen Berufung auf die Spur gekommen. Das erworbene Abitur war für die meisten ein ideales Sprungbrett.

Deshalb soll es noch einmal die Gelegenheit zu einem gegenseitigen Treffen geben. So laden wir ein zu einem festlichen Abschlussgottesdienst mit anschließender Möglichkeit der Begegnung im Seminar St. Pirmin am Freitag, den 18. Juli 2014.

15.00 Uhr Gottesdienst mit Generalvikar Dr. Fridolin Keck und Domkapitular Dr. Eugen Maier

anschl. Zeit der Begegnung in den Räumen des Seminars mit Getränken und Imbiss

Wir freuen uns, wenn wir viele ehemalige Schüler, Lehrer und Mitarbeiter bei uns begrüßen könnten. Diese Einladung verschicken wir über den Verteiler der Vereinigung der Altsasbacher“. Da aber dieser leider nicht vollständig ist, bitten wir Sie, diese Einladung an Ihre Mitschüler weiterzugeben.

Um besser vor Ort planen zu können, bitten wir um eine Anmeldung bis zum 4.7.2014. Mit herzlichen Grüßen aus Sasbach

Edgar Eisele Gerd Sarcher

Rektor Kollegleitung

Sasbach, den 31.05.2014

 
 
Stellungnahme des Rektors PDF Drucken E-Mail

Am Dienstag, den 22.1.2013, hat der für unser Seminar zuständige Referent im Erzbischöflichen Ordinariat Freiburg, Domkapitular Dr. Maier uns in St. Pirmin besucht und uns die Schließung des Seminars mitgeteilt und den Entscheidungsprozess erläutert.

Die Schließung erfolgt schrittweise, beginnend im Schuljahr 2013/14, in dem keine neuen Schüler mehr in einen Vorkurs aufgenommen werden. Allen Schülern, die derzeit im Seminar St. Pirmin oder als externe Schüler das Kolleg besuchen, wird der vorgesehene Abschluss, soweit die individuellen schulischen Voraussetzungen erfüllt sind, ermöglicht. Das heißt also, dass alle Schüler ihren begonnen Weg hier in Sasbach zu Ende führen können.

Zur Begründung
Das Seminar St. Pirmin wurde vor über 50 Jahren gegründet, um Männern in der Regel mit abgeschlossener Berufsausbildung und entsprechenden Lebens- und Berufserfahrungen das Abitur und das anschließende Theologiestudium im Hinblick auf den Priesterberuf zu ermöglichen. Von den mehr als 500 Abiturienten von St. Pirmin sind rund 120 Priester geworden und ca. 30 haben einen Ordensberuf gewählt.

Dabei war das Seminar immer auch offen für andere Berufs- und Berufungsentscheidungen. Viele Absolventen haben einen anderen kirchlichen, sozialen oder pädagogischen Beruf ergriffen. Domkapitular Dr. Maier sprach von einer erfolgreichen Einrichtung unserer Diözese.

Allerdings ist das ursprüngliche Ziel von St. Pirmin inzwischen unter veränderten gesellschaftlichen und kirchlichen Rahmenbedingungen immer schwerer zu erreichen. Es gibt heute viele Wege zum Abitur. Ein Großteil der Schüler und Schülerinnen hat heute die Möglichkeit, in unmittelbarer Nähe zum Wohnort ein Gymnasium zu besuchen. Mit der Mittleren Reife einer Realschule gibt es vielfältige Möglichkeiten zum Abitur zu gelangen. Das Interesse am Theologiestudium und am Priesterberuf hat in den vergangenen Jahren dramatisch nachgelassen.

So nahm auch die Zahl der Schüler im Seminar in den letzten Jahren kontinuierlich ab; momentan sind es 12 interne Schüler. Damit ist eine funktionierende, tragfähige und lebendige Gemeinschaft im Seminar St. Pirmin nur schwer möglich. Immer weniger junge Menschen mit einer Berufsausbildung haben bei uns nachgefragt. Die staatlichen und kirchlichen Zuschüsse für immer weniger Schüler haben ein oftmals nur schwer zu rechtfertigendes Niveau erreicht.

Trotz vielfältiger Werbemaßnahmen konnten wir diesem Trend nicht entgegensteuern. Unsere Anstrengungen vor Ort, das Kolleg auch für externe Schüler und auch für Frauen zu öffnen, werden allseits gewürdigt. Doch kann dieser im Jahre 2011 neu begonnene externe Zweig, der die schulische Situation deutlich verbessert und zu einer pluraleren und lebendigeren Kommunikation im Unterricht führt, die genannten Probleme im Seminar nicht lösen. Sowohl für die internen als auch die externen Schüler hatten wir eine zwei – dreijährige Übergangsphase, in der wir die angestrebten und geforderten Schülerzahlen nicht erreicht haben. Das veränderte Bildungsangebot gerade im Bereich der Beruflichen Gymnasien stellt eine sehr große Konkurrenz zu unserem Kolleg dar. So kann bspw. ein Schüler mit Mittlerer Reife und Berufsausbildung (der klassische Kollegiat) am Berufskolleg I (Lahr, Offenburg, Bühl) bereits nach einem Jahr die Fachhochschulreife und die Berechtigung zum Studium an einer Fachhochschule erwerben. 

So müssen wir nun, was andere Diözesen schon vor Jahren getan haben, den heutigen Gegebenheiten Rechnung tragen und das Spätberufenenseminar schließen; im Wissen, dass es heute andere Wege gibt, die ursprüngliche Zielrichtung des Hauses zu erreichen.

Edgar Eisele
Rektor